5. Auswertung

Das Praktikum bei Tumblr war eine großartige Erfahrung! Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht, in einem jungen, talentierten und motivierten Team zu arbeiten, das Praktikanten als inspirierende und fähige Mitarbeiter sieht und diese in alle Bereiche eigenverantwortlich mit einbezieht.

Da ich das, was ich dort gemacht habe (Design und Web-Entwicklung), schon seit einigen Jahren als Freelancer ausübe, führte dies zu einem Austausch auf hohem Niveau, weil alle gleichermaßen Bescheid wussten, worum es ging. Auf diese Art und Weise konnte man sich also verstärkt auf innovativere Dinge konzentrieren, anstatt sich noch mit den Grundlagen zu beschäftigen.

Das Kommunikationsdesign-Studium war besonders hilfreich, was Kreativtechniken und visuelle Gesetzmäßigkeiten angeht. Während des Studiums habe ich gelernt, wie man Brainstorming betreibt, wie man kreative Einfälle entwickelt, wie man Layouts anlegt und mit Proportionen und Farbe arbeitet. Auch das Selbstverständnis des Experimentierens ist erst so richtig im Laufe des Studiums entstanden; Designs entstehen nicht nur am Computer, sondern erfordern auch eine andere, unübliche Herangehensweise, wie zum Beispiel das Arbeiten mit anderen (analogen) Materialien, Out-of-the-box-thinking, Perspektivwechsel usw.

Etwas das ich nicht oder höchstens ansatzweise im Studium gelernt habe, waren technische Kenntnisse wie zum Beispiel HTML/CSS/JS und auch der Umgang mit Photoshop. Diese Themen werden allenfalls angerissen, ein tiefergehendes Studium liegt dann in der Eigenverantwortung. Man kann dies kritisch sehen; andererseits handelt es sich bei unserem Studiengang um einen sehr breit gefächerten Bachelor-Studiengang, der umfassend ausbilden soll. Es ist somit praktisch gar nicht möglich, in allen Bereichen technisch ausgebildet zu werden; viel mehr geht es darum, konzeptionelle Kenntnisse zu vermitteln und den Anstoß zu geben, diese eigenverantwortlich zu vertiefen. In meinem Fall hat das auch perfekt funktioniert.

Eine besonders aufregende Erfahrung war der Aufenthalt in Amerika. Obwohl man generell ja von der „westlichen Kultur“ spricht, in der wir alle leben, gab es doch viele Unterschiede. Dies hat den gesamten Aufenthalt wirklich spannend gemacht, weil es im Prinzip keinen einzigen Tag gab, an dem man nicht irgendetwas Neues/Anderes erlebt hätte. Sicherlich hat dies auch viel mit New York zu tun gehabt, da sich diese Stadt sehr vom Rest des Landes unterscheidet.

Durch die ziemlich offene und freundliche Haltung der Amerikaner war es überhaupt kein Problem, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Insgesamt waren alle immer ziemlich neugierig, sowohl kulturell als auch fachlich.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Praktikum und würde es jederzeit wieder machen. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, sollte man aber auf definitiv länger bleiben als vier Monate. In meinem Fall hat die Zeit zwar gereicht; es dauert aber eine Weile, bis man sich wirklich heimisch fühlt und sich alles eingespielt hat.