6.2 Leben und arbeiten in New York City

Wenn du ein Praktikum in New York City planst, brauchst du vor allem eins: Geld – oder ein gut bezahltes Praktikum. Denn New York gehört zu den teuersten Städten der Welt. Das fängt schon bei der Miete an, aber auch ganz alltägliche Dinge wie Brot oder Duschgel sind teuer. Alkohol und Zigaretten übrigens auch.

Ausblick von meiner Dachterrasse in der Lower East Side

Die Miete für dein Zimmer richtet sich natürlich stark danach, wo du wohnst. In Brooklyn gibt es zum Beispiel akzeptable Zimmer für rund 700 Dollar. In Manhattan habe ich anfangs 1500 Dollar für ein winziges Zimmer bezahlt, das keine Tür hatte und in das nur eine Matratze reinpasste. Später hatte ich dann das Glück, für 1300 Dollar ein ganzes Studio-Apartment für mich allein zu haben – in Midtown Manhattan. Generell solltest du dich darauf einstellen, dass es leicht passieren kann, dass du in den vier kurzen Monaten vielleicht ein- oder zweimal umziehst. Viele Menschen in New York scheinen nicht sehr langfristig zu planen, und so kann es passieren, dass jemand sein untervermietetes Zimmer plötzlich doch früher wieder selbst benötigt, als eigentlich angedacht.

Ich habe circa zwei Monate vor meiner Abreise nach New York eine erste feste Zusage für ein Zimmer gehabt. Diese wurde zwei Wochen später wieder rückgängig gemacht. Danach wiederholte sich das Ganze noch einmal. Glücklicherweise hatte ich zumindest für die ersten vier Wochen das oben genannte Zimmer mit Matratze erstmal sicher. Innerhalb dieser vier Wochen musste ich dann parallel eine neue Bleibe suchen; auch hier gab es wieder eine feste Zusage, die eine Woche später zurückgezogen wurde. Mit viel Glück habe ich im letzten Moment dann doch noch etwas gefunden.

Times Square

Bei der Wohnungssuche sind direkte Kontakte/Freunde am hilfreichsten und verlässlichsten. Solltest du dies nicht haben, hilft erstmal nur Craigslist. Das ist ein Internetportal mit Annoncen aller Art, am populärsten sind die Wohnungsangebote. Hier musst du aufpassen, dass du an keine Betrüger gerätst, deshalb solltest du niemals Geld an irgendwen überweisen, bevor du ihn und seine Wohnung nicht mit eigenen Augen gesehen hast (diese Überweisungsaufforderung kam bei mir dreimal vor). In vier Wochen habe ich etwa 250 Anfragen verschickt und dabei drei Betrugsantworten und 30 Absagen erhalten. Lediglich bei drei Antworten kam es zu einer Wohnungsbesichtigung.

Wenn du dann eine Wohnung oder ein Zimmer besichtigst, achte unbedingt darauf, dass es dort keine Bettwanzen gibt. Diese haben sich anscheinend zu einer echten Plage in New York entwickelt. Kakerlaken im Bad kommen offenbar auch manchmal vor, Mäuse gibt es häufiger (gab es in meinem Studio-Apartment auch). Die Preise für die Wohnungen sind insgesamt sehr viel höher als in Deutschland.

Brooklyn Bridge und Manhattan Bridge

Das alles scheinen im ersten Moment viele Argumente gegen einen Aufenthalt in New York zu sein. Wenn man sich aber damit abgefunden hat, kann man ganz gut damit leben und sich auf die schönen Dinge konzentrieren. Immerhin verbringst du vier Monate in einer verdammt tollen, lauten, hektischen, kreativen und vielfältigen Stadt. Du wirst auf viele Partys gehen, viele Leute kennenlernen, viel Kultur konsumieren und eine unvergessliche Zeit haben. Es ist eine aufregende und anstrengende Zeit, aber es lohnt sich absolut!